
Prosodie und Emotion: Nicht was wir sagen, sondern wie es gemeint ist
| Thomas C. Gass
„Das ist ja grossartig.“ Dieser Satz kann echte Freude ausdrücken. Oder blanke Ironie. Oder höfliche Erschöpfung.
Der Unterschied liegt nicht im Wortlaut, sondern in der Prosodie. Tonhöhe, Betonung, Tempo, Lautstärke und Pausen verraten, wie eine Aussage gemeint ist. Deshalb ist gesprochene Sprache viel reicher als ihr Transkript.
Für Voice-over, Hörbuch, Schauspiel, Unterricht und Coaching ist das zentral. Wer Prosodie beherrscht, kann Subtext hörbar machen, ohne ihn zu erklären.
Emotion entsteht nicht dadurch, dass man emotional spricht. Sie entsteht, wenn der innere Vorgang stimmt und die Stimme ihm präzise folgt.
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