
Stimme und Musik: Warum gutes Sprechen Rhythmus braucht
| Thomas C. Gass
Sprache ist näher an Musik, als man denkt.
Sie hat Tempo, Takt, Akzente, Phrasen, Spannungsbögen, Wiederholungen und Auflösungen. Ein guter Sprecher liest deshalb nicht Wort für Wort. Er phrasiert. Wie ein Musiker.
Rhythmus entscheidet darüber, ob ein Text trägt. Zu gleichmässig gesprochen, wird Sprache monoton. Zu sprunghaft gesprochen, wird sie unruhig. Ein lebendiger Vortrag entsteht durch kontrollierte Variation: Verdichtung und Entspannung, Bewegung und Ruhe, Gewicht und Leichtigkeit.
Vielleicht ist das der Grund, warum musikalisches Denken beim Sprechen so hilfreich ist. Man hört nicht nur, ob ein Satz korrekt ist. Man hört, ob er groovt.
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